Oldtimer Rallye Zubehör
In den 60er Jahren gehörte zu einem ordentlich
ausgestatteten Rallyeauto neben der Vorarbeit am Fahrzeug
auch ein entsprechendes Paket an Werkzeugen und Hilfsmitteln
für den Copiloten.
Die wichtigsten Utensilien waren eine mit der
Veranstalterzeit synchron laufende Tagesuhr und eine
Stoppuhr, sowie ein genau anzeigender Wegstreckenzähler.
Bereits 1933 hat Heuer die erste Bordstoppuhr für Rennwagen präsentiert. Es war dies die
Autavia. Ihr folgten dann ab 1958 die legendären
Monte-Carlo. Zusammen mit der Master-Time auf einer
Montageplatte vereint, offerierte Heuer das Rallye- Master
Set. Es dürfte wohl das begehrteste sein, was heute an
Borduhren von
Heuer zu haben ist. Bis gegen Ende der 70-er Jahre wurden
sie mit verchromten Stahlgehäusen gebaut und ab dann bis zum
Produktionsende 1985 kamen sie in Kunststoffgehäusen.
Siehe auch:
Heuer-Borduhren
Bei den damaligen Wegstreckenzählern war die schwedische
Firma Haldex führend. Das waren mechanische
Wegmessgeräte, die mittels Zusatzwellen an die Tachowelle
angekoppelt wurden.
Mindestens brauchte man das einfache Zählwerk mit
der 10m-Rolle, den
HALDA-TRIPMASTER. Wer etwas mehr ausgeben wollte,
der konnte auch ein Doppelzählwerk erhalten, den
HALDA-TWINMASTER.
Ein weiteres Hilfsmittel war der Speedpilot. Er war das
Ursprungserzeugnis der Rallyeinstrumente von Haldex aus dem anfangs
der 60-er Jahre der erste Trip- und Twinmaster entwickelt
wurde. Die damaligen Rallyebeifahrer setzten den Speedpilot
ein, um laufend im Bilde zu sein, ob die vorgegebene
Maximalzeit einer Etappe mit der abgefahrenen Strecke
erreicht oder eben nicht erreicht wird. Der Co konnte also
seinem Pilot immer mitteilen ob er in der Zeit OK war oder
eben schneller fahren sollte.
Zur richtigen Verkabelung gehörte ein umfangreiches Paket
an Zubehör, wie T-Getriebe, Verbindungswellen,
Befestigungsklemmen, Adapter zwischen Tachowelle und
Tachometer und die Auswahl eines geeigneten Montageplatzes
im Cockpit, so dass die Instrumente sowohl vom Beifahrer,
als auch vom Fahrer gut eingesehen und auch bedient werden
konnten.
Einige im Inneren auswechselbare Zahnradsätze für Trip-/Twinmaster waren auch nötig um verschiedene Radgrössen
auswählen zu können. Eine Grundkalibrierung war immer nötig.
Dabei wurde eine genau abgemessene Strecke von min. einem
Kilometer mit einem Normalgetriebesatz abgefahren. Über die
Umrechnungstabelle konnte man aufgrund der sich ergebenden
Differenz sofort die richtigen Zahnradsätze für das Getriebe
im Trip-/Twinmaster ermitteln.
Schon zu der Zeit, als diese Halda Präzisionsinstrumente
noch der aktuelle Stand der Technik waren, hatten sie einen
stolzen Preis, doch heute sind sie ausserordentlich teuer
weil gute Stücke nur schwer zu bekommen sind.
Im Handel sind heute auch elektronische Wegstreckenzähler
und Rallyecomputer erhältlich. Aber an gewissen Rallyes sind die modernen
Elektronik-Instrumente nicht zugelassen. Dies gilt insbesondere für Oldtimer-Rallyes in
Österreich. Es gibt aber auch Veranstaltungen, bei denen eine
gesonderte Klasse für Teilnehmer
ausgeschrieben ist, die ausschliesslich mit mechanischen
Instrumenten navigieren und mit Schnitt-Tabellen
arbeiten. Abgesehen von diesen Geboten, ist
es meines Erachtens sowieso absurd, wenn in einem
Klassiker oder Oldtimer elektronische
Navigations-Hilfsmittel zur Hand genommen werden.
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